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Die Geschichte des
ORDO HUNGARIAE
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Am 18. Mai 1754 versammelte sich insgeheim eine Gruppe von Herren der ungarischen Aristokratie für ein außerordentliches Treffen im Schloss von Enying. Die Angelegenheit war die Gründung eines rein ungarischen Ordens, einer voll und ganz ungarischen Organisation, der den Namen „Ordo Hungariae” erhielt. Der Name wurde selbstverständlich in Latein vergeben, weil von der Staatsgründung an dies die offizielle Sprache des Ungarischen Königreiches, der Gesetzgebung, der höheren Stufen des Verwaltungsapparates, der Justiz, der Mittel- und Hauptstufen Bildung, der Wissenschaft, des Parlaments und der Liturgie war. (Es waren die Mitglieder der Aristokratie, die sich gegen die offizielle Einführung der ungarischen Sprache am meisten wiedersetzten, weil sie befürchteten, dass dies ihre privilegierte gesellschaftliche Position gefährdet, trotzdem kam es in 1844 dazu.)
Die Hochadligen wollten seit Langem dass ihre Hoheit Kaiserin Maria Theresia (regierte 1740-1780) einen ungarischen Orden gründet, dazu kam es aber nur in 1764, als sie den Königlich-Ungarische Sankt Stephans Orden/Insignis Ordo Sancti Stepheni Regi Hungariae Apostolici/ stiftete. (Die Königin wollte damit wahrscheinlich ihren Dank entgegen des ungarischen Adels zeigen, weil sie vom Papst Clemens XIII. – trotz dass sie eine Frau war – den Titel „Apostolischer König“ erhielt.) In 1757 kam es zur Gründung des Militar Maria Teresien Ordens und in 1764 Königlich-Ungarische Sankt Stephans Ordens, aber beide Orden von militärischen Charakter wurden für die Belohnung von den Anhängern des Kaisers und der Habsburgerbenutzt, die für ihre Dienstleistungen auch den Adelstitel erhielten.
Dies erklärt, wieso die ungarischen Aristokraten nach der anfangs sympathievollen Haltung und galanter Unterstützung der Kaiserin gegenüber mit der Zeit mehr und mehr unzufrieden wurden. Sie wollten als Opposition gegen die von der Kaiserin hervorgerufenen Orden einen, vom Wiener Hof unabhängigen Orden gründen, der die Interessen der Ungarn dient und gegen die assimilierende Politik des Hofes auftritt. 
Die Ordo Hungariae funktionierte für lange Zeit insgeheim, ihre Tätigkeit wurde sehr begrenzt dokumentiert, deshalb sind schriftliche Dokumente in den Archiven kaum auffindbar, die auf die Tätigkeiten oder Mitglieder des Ordens hinweisen. Eine der Adelsfamilien, die mit der Gründung in Zusammenhang zu bringen ist, ist der Baron Sina. Die Familie Sina zog aus dem Türkischen Reich zuerst nach Wien, dann nach Pest. Die Familie von griechischer, albanischer und makedonischer Abstammung hat sich schnell an die Verhältnisse der Monarchie angepasst, und mehrere von ihnen wurden später erfolgreiche Geschäftsmänner. Der vermutete Gründer, Baron György Sina, war zugleich der erste Großmeister des Ordens. Die Familie erreichte ihre größten Erfolge in der Banksphere. Auf der Budapester Kettenbrücke befindet sich eine Bronzeplakette indem es eingraviert steht, dass die Brücke im Auftrag von Graf István Széchenyi gebaut und von Graf György Sina (Ururgroßenkel des Gründers) finanziert wurde, wer vor seinem Tod, noch sieben Jahre lang die Vorteile der permanenten Verbindung zwischen den beiden Städten (Buda, Pest) genießen konnte.
Weil der Orden von Mitgliedern der Aristokratie gegründet wurde, war es selbstverständlich, dass nur Adelige in ihre Ränge träten dürften, mit strenger Acht auf die Geheimhaltung der Organisation. Darüber hinaus dürften diejenigen der Ordo Hungariaebeitreten, als Belohnung für ihre Taten, die im Schutz oder im Interesse des Vaterlandes, etwas Unvergängliches oder Heldenhaftes leisteten.
Ritterorden haben meistens ihr eigenes Gewand mit eigenen Farben und Symbolen, wodurch sie von anderen Orden leicht zu unterscheiden sind. Die Mitglieder des Ordo Hungariae dürften für eine lange Zeit ihre Anonymität und Inkognito nicht gefährden, deshalb trugen sie kein „spezielles“ Gewand, das auf ihre Zugehörigkeit deutete. Sie trugen den damaligen Festgewand des Adels und machten dies die Uniform des Ordens, die Enthüllung verhindernd. Von dem Beginn des XIX. Jahrhunderts kam der sogenannte „díszmagyar“ (ungarisches Prachtgewand) in Mode, und die Mitglieder des Ordens einigten sich dies als „offizielle Kleidung“ zu benutzen. Als markantes Symbol der adeliger Herkunft und Identität war dies reich geschmückt und prachtvoll. Berufsoffiziere trugen ihre Militärs-Uniform zu den Versammlungen. Die Kette des Ordens trug nur der respektive Großmeister.
Die Einweihungs-Zeremonien fanden am Anfang in größtem Geheimnis statt und die Mitglieder legten ihr Eid auf die Heilige Krone ab. Die dominante Farbe des Ordens war und ist immer noch der mittlere Tonbereich des Grünes. Nach der Legitimation und Offenbarung des Ordens entwickelten sich ihre Symbole. Die inaugurierten Ritter tragen einen weißen Mantel, ihr Halskreuz hat die Heilige Krone in der Mitte und hängt von einem grünen Band.
Heute können auch Frauen der Orden beitreten, sie erhalten den Titel Dame. Die Damen tragen das Kreuz auf der Brust von einer Masche hängend und den weißen Mantel bei der Einweihungs-Zeremonie, und bei festlichen Angelegenheiten. Den breiten, grünen Band des Großkreuzes tragen sie über der rechten Schulter auf der linken Seite.
Um Aufnahme in die Ränge des Ordens können sich diejenigen mit Erfolg bewerben, die sich durchvorbildlicher Lebensführung, Edelmenschentum, Wohltätigkeit, Großzügigkeit und edler Seele dafür würdig erweisen.
Auf Erlass des Großmeisters wurde in der jungen Vergangenheit der Rat der Adligen erneut aufgestellt.
Für die Legitimität, Rechtskontinuität und Schutz des mehr als 250 Jährigen Ordo Hungariae sorgt aufgrund des einstimmigen Beschlusses der Gründer die Heilige Krone Ungarns, dessen authentische Kopie, im Gegenwart der Kronhüter, bei Einweihungszeremonien anwesend ist.
Die Ordo Hungariae zog im XX. Jahrhundert für mehrere Jahrzehnte ins Ausland, geleitet wurde sie aber immer von Großmeistern ungarischer Herkunft. Einige Monate nach dem 250. Jubiläum der Gründung, in2005 kehrte sie wieder nach Ungarn zurück.
Die Gründung des Ordens wird jährlich am 19. Mai zelebriert, das Datum der Einweihungen in der Frühlingszeit wird an diesem Tag herum bestimmt.
Die Ideologie des Ordens beruht auf die Menschlichkeit, moralische Lebensweise und der Zusammenarbeit im Dienste des Guten. Die Zielsetzungen und Tätigkeiten des Ordens passen sich den Anforderungen unserer Zeit an: humanitäre-karitative Aufgaben erledigen, den Bedürftigen gegenüber Hilfe leisten, die auf der Welt verstreuten Ungarn zusammen zu halten im Sinne der Freiheit und Unabhängigkeit, dieungarische Kultur und Traditionen zu pflegen, die geerbten Traditionen des Ordens aufrecht zu erhalten und neue zu schaffen.
Name und Amtsdauer der Großmeister des Ordo Hungariae von der Gründung bis Heute
• Baron György Sina 1754 – 1774
• Graf István Adalbert Teleki 1774 – 1782
• Graf Elemér Esterházy 1782 – 1809
• Jenő Kowstolszky von Unter- und Oberpetrence 1809 – 1821
• Baron János Kiss 1821 – 1849
• Graf Sándor Andrásfalvy 1849 – 1871
• Ferenc Kossuth 1871 – 1884
• Baron József Petréczey 1884 – 1907
• Graf István Hunyadi 1907 – 1920
• Graf Albert Wasst 1920 – 1944
• Graf Imre Mikó 1944 – 1951
• Graf Sámuel Mikó 1951 – 2005
• Sir Dr. Csaba Király 2005 –
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